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Die drei Bethen

 

Borbeth, Ambeth und Wilbeth

Sie sind Göttinen des alten Europa.

In Nordeuropa nannte man sie Nornen, in Rom Parzen, in Griechenland Moiren und bei den Kelten Bethen. Vor etwa 2000 Jahren nannte man sie in Europa Matres „Mütter“. Ihnen sind zahlreiche Steindenkmäler mit Inschriften geweiht. Man rief sie an, um Heilung, Segen und Schutz zu erlangen. Es waren die kleinen und grossen Nöten der Menschen, die sich an die Matres wandten.

Immer waren sie Spenderinnen des Glücks und Weberinnen des Schicksals. Sie flochten den Faden des Lebens und schenkten den Frauen die kleinen Kinder.

Die allmähliche Verdrängung des Dreifrauenkultes aus mutterrechtlichen Zeiten begann in Europa schon in keltischer und römischer Zeit. Als Europa christlich wurde, tauchte der Kult gleichsam unter und lebte in verschiedenen Schattierungen in der Bevölkerung weiter.

 

Interessant ist auch der Gebrauch des Wortes Beten. So meint unser „beten“ im Grunde genommen „die Beten anrufen“. Die Bezeichnung „Bethaus“ geht auf das Mittelhochdeutsche bete-hus zurück und meint ursprünglich einen „heidnischen“ Tempel. Später wurde das Wort ins Christliche übernommen: „Wir wollen beten!“ spricht der Pfarrer und ruft dabei eigentlich die göttlichen Ahnfrauen an.

Drei Bethen in Worms, in der Nikolauskapelle

 

 

Wer kennt es nicht, das Kniereiterlied, worin die drei Schicksalsfrauen mit ihrem seidenen Faden des Lebens vorkommen. Von Hamburg bis München und von Basel bis Wien kennt man ein entsprechendes Kinderlied. Diese einfachen Reime mit den Schicksalsgöttinnen gehören zur „niederen Mythologie“, zu der sie im Prozess der Verdrängung gemacht wurden.

 

Kinderlied aus Baden:

 

Rite, rite Rössli

Z`Bade staht es Schlössli,

Z`Bade staht es goldigs Huus

S lueget drei Mareie drus:

Die eint spinnt Side,

Die anderi schnätzlet Chride,

Die dritt schniedet Haberstrau;

 

B`hüet mer Gott mis Chindli au!

 

 

 

 

Für weitere Informationen über die drei Bethen, empfehle ich dieses Buch, von Kurt Derungs und Sigrid Früh:

Die Autoren dieses Buches nehmen buchstäblich den Schicksalsfaden wieder auf. Sie gehen auf Spurensuche, um ein vergessenes und verdrängtes Erbe Europas wieder ans Licht zu bringen.

 

Danke für diese wertvolle Arbeit.